Weihnachten
Liebster Vater
De Inventione Ciborum
Die Überlieferung spricht von einem alten weißen Mann, der Italien nicht auf der Suche nach Ruhm betrat, sondern mit dem Magen eines Feinschmeckers.
Während andere sich an Monumenten orientierten, erkannte er, worauf Rom stets gebaut hatte: Maß, Einfachheit und Funktion. In einer Zeit, in der die Tomate längst aus der Neuen Welt ihren Platz in Italien gefunden hatte, entdeckte er ein Gericht von bemerkenswerter Klarheit – Getreide, Öl, Kräuter, Nüsse. Nichts Überflüssiges. Wie schon die römischen Autoren wussten, entsteht Stabilität aus der Beherrschung des Einfachen. Der Imperator erkannte darin ein Modell für sein eigenes Handeln.
Nach seiner Rückkehr nach Rom wurde das Gericht Teil seines Alltags. So wuchs auch sein Imperium: durch kluge Auswahl, nicht durch Prunk.
Die heutige Fassung dieses Rezepts gilt als neuzeitliche Überlieferung jener Entdeckung.
Da sich die Zeiten geändert haben, erfolgt die Beschaffung der Zutaten nicht mehr zu Fuß oder zu Pferd, sondern mittels eines vierrädrigen, motorisierten Gefährts. Der Zweck jedoch ist derselbe: Stärkung von Körper und Geist.
Ausstattung des Imperators
Gekochtes Getreide in kurzer Form (Penne, Fusilli oder Farfalle)
In Öl konservierte Tomaten
Pinienkerne (als Kraftspender geschätzt)
Balsamicocreme (neuzeitliche Verfeinerung)
Frische Tomaten
Rucola (bereits in der Antike bekannt)
Mozzarella
Parmesan
Knoblauch (medizinisch wie kulinarisch bewährt)
Anordnung des Imperators
Das Getreide wird gekocht, bis es Standfestigkeit besitzt, jedoch nicht weichlich wird.
Gemüse, Käse und Knoblauch werden zerkleinert und vereinigt.
Die Kerne werden geröstet, bis sie Duft entfalten – Unachtsamkeit wird bestraft.
Öl, Gewürze und Balsamico werden hinzugefügt. Maß ist wichtiger als Menge.
Alles wird vermengt und ruhen gelassen.
*Nota bene:
Die Römer aßen selten üppig, aber regelmäßig gut. Maß galt als Tugend.*
Abschließende Anordnung
Das Öl der konservierten Tomaten wird untergehoben und mit Salz und Pfeffer ausbalanciert.
Italienische Kräuter werden nach Maß hinzugefügt – Oregano, Bohnenkraut oder was der Vorrat hergibt. Zum Schluss wird die Balsamicocreme großzügig, jedoch nicht verschwenderisch beigefügt.
Alles wird sorgfältig vereint. Der Parmesan wird darüber gehobelt.
Das Gericht ist vollendet.
Ad mensam, Imperator.
Oder, in heutiger Sprache:
Buon appetito.