Der VDST hat 2022 das Leuchtturmprojekt “Klimaneutraler VDST 2032” ins Leben gerufen und mit großem Rückhalt auf der Mitgliederversammlung 2022 beschlossen. Ziel dieses Projekts ist es, den VDST bis 2032 zu einem klimaneutralen Verband zu transformieren. Die Projektgruppe „Klimaneutraler VDST 2032“ hat hierfür eine umfassende Strategie entwickelt, die auf zwei zentralen Säulen basiert:
Säule 1: Piloteinheiten und Analyse
In der ersten Säule werden ausgewählte Piloteinheiten (z. B. Vereine, Fachbereiche oder Verbandsstrukturen) identifiziert und im Rahmen einer Scope-Analyse auf ihre CO2-Gesamtemissionen untersucht. Diese Analysephase, die derzeit im Gange ist, wird bis 2027 andauern. Der Fokus liegt auf der detaillierten und belastbaren Erhebung und Evaluierung von Daten und Verfahren. Eine konkrete Umsetzung der Transformation zur Klimaneutralität der Piloteinheiten ist in dieser Phase noch nicht vorgesehen.
Ab 2027 bis 2029 werden die Piloteinheiten klimaneutral aufgestellt, um die Umsetzung in der Praxis zu testen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse dienen als Grundlage, um zwischen 2029 und 2032 den gesamten Verband auf Klimaneutralität umzustellen. Ziel ist es, den VDST ab 2032 vollständig klimaneutral zu gestalten.
Säule 2: CO2-Berechnungstool für Veranstaltungen
Die zweite Säule des Projekts konzentriert sich darauf, die individuellen CO2-Emissionen von Teilnehmenden (oft als CO2-Fußabdruck bezeichnet) an VDST-Veranstaltungen unterschiedlicher Größe und Thematik einfach und präzise berechnen zu können. Hierfür wird ein webbasiertes Umfragetool bereitgestellt, das individuell an die jeweilige Veranstaltung angepasst und kostenfrei nutzbar ist.
Dieses Tool ermöglicht es den Teilnehmenden, ihre persönliche CO2-Emission innerhalb weniger Minuten zu analysieren. Darüber hinaus erhalten sie Informationen über mögliche Einsparpotenziale sowie den finanziellen Aufwand, der erforderlich wäre, um unvermeidbare Emissionen zu kompensieren.
Im Folgenden wird die standardisierte Auswertung der im Rahmen der zweiten Säule durchgeführten Umfrage zur individuellen CO2-Emission für die Veranstaltung Elefantentreffen 2024 - TLN Niedersachsen in Hannover im Zeitraum 15.02.2025 bis 16.02.2025 dargestellt. Ziel der Umfrage ist es auch, die Meinungen der Teilnehmende zum Leuchtturmprojekt „Klimaneutraler VDST 2032“ zu erfassen. Die Befragung erfolgte mithilfe des webbasierten Tools JForm. Die durchschnittliche Bearbeitungszeit betrug 3 bis 5 Minuten.
An der vorliegenden Umfrage zu den CO2-Emissionen bei der Elefantentreffen 2024 - TLN Niedersachsen nahmen 33 Teilnehmende teil. Gemeinsam verursachten sie 1.06 Tonnen CO2 (1061 kg). Die Gesamtemissionen gliederten sich auf in 61 % für die An- und Abreise, 17 % für die Mahlzeiten und 22 % für die Übernachtungen.
Die Mehrheit der Teilnehmenden besuchte die Veranstaltung Elefantentreffen 2024 - TLN Niedersachsen für 2 Tage mit einem durchschnittlichen CO2-Fußabdruck von 16.1 kg CO2 pro Person und Tag.
Für die Anreise wählten 75.8 % der Teilnehmenden das Auto und 18.2 % den Zug. Unter den Autofahrenden nutzten 12 % ein Fahrzeug mit vollelektrischem Antrieb. Im Bereich der Ernährung zeigte sich, dass 64 % der Teilnehmenden fleischhaltige Mahlzeiten bevorzugten und bei der Übernachtung wählte der überwiegende Teil (39 %) der Teilnehmenden die Übernachtungskategrie 2-4 Sterne Hotel.
Das größte Einsparpotenzial bei den CO2-Emissionen zeigt sich in den Bereichen An- und Abreise sowie Ernährung. Eine verstärkte Nutzung der Bahn hätte die Emissionen bei der Anreise um 86 % reduzieren können. Ebenso hätte ein deutlicher Verzicht auf Fleisch den Anteil der Emissionen aus der Ernährung um 36 % gesenkt.
Die Umfrage zur Bereitschaft, ihre individuellen Klimaemissionen beim Besuch der Elefantentreffen 2024 - TLN Niedersachsen finanziell zu kompensieren, ergab, dass 96.9 % der Teilnehmenden bereit wären, ihre CO2-Emissionen finanziell auszugleichen. In Summe über alle Teilnehmenden wäre dies ein Gesamt-Kompensationsbetrag von 58 €, basierend auf einem CO2 Preis von 55 € pro Tonne (Umweltbundesamt 2023 ). Zudem unterstützten 96.8 % die Einführung eines „VDST-KlimaEuro“.
Das Gesamtvermeidungspotential bei der Veranstaltung betrug 41.6 % CO2. Das heisst, die Menge an real produziertem aber potentiell vermeidbarem CO2 liesse sich bei konsequenter Nutzung aller Einsparmöglichkeiten (Anreise, Ernährung und Unterkunft) von 1063 kg CO2 auf 442 kg CO2 verringern.
Abbildung 1 zeigt die durchschnittlichen CO2-Emissionen der Teilnehmende der Veranstaltung Elefantentreffen 2024 - TLN Niedersachsen, gemessen in Kilogramm CO2 für die gesamte Veranstaltung pro Person. Die Berechnung umfasst die An- und Abreise, Übernachtungen sowie die Ernährungsweise der Teilnehmenden.
Abbildung 1. Verteilung der CO2 Emissionen der Teilnehmende zusammengefasst in in Klassen zu 20 kg CO2 pro Person für die gesamte Elefantentreffen 2024 - TLN Niedersachsen. Die CO2 Emissionen setzen sich zusammen aus der Anreise, der Übernachtung und der Ernährungsweise. Die zugrunde liegenden Emissionswerte wurden aus verschiedenen Quellen recherchiert und sorgfältig validiert. Eine vollständige Referenzierung der Datenquellen wird am Ende der Auswertung bereitgestellt (aktuell in Bearbeitung).
Abbildung 1 zeigt, dass insgesamt 33 Teilnehmende an der Umfrage teilgenommen haben. In Bezug auf die aufsummierten CO2-Emissionen aller Teilnehmenden bei der Veranstaltung zeigt sich eine Häufigkeitsverteilung mit einem Modalwert (häufigster Wert) von 40 kg CO2 pro Person. Die Mehrheit der Teilnehmenden besuchte die Elefantentreffen 2024 - TLN Niedersachsen für 2 Tag(e).
Im Mittelwert über alle Teilnehmer und die gesamte Veranstaltung betrug der individuelle CO2-Fußabdruck pro Person 32.2 kg CO2. Dabei ist zu berücksichtigen, dass bei dieser Auswertung die Anreise nicht auf eine festgelegte Strecke (z. B. 100 km) normiert wurde und die Dauer des Aufenthaltes nicht auf 1 Tag umgerechnet wurde. Dadurch weisen Teilnehmende mit längeren Anreisen und mehrtägigem Aufenthalt von vornherein höhere CO2-Emissionen auf.
Im Folgenden wird die prozentuale Nutzung verschiedener Verkehrsmittel für die An- und Abreise zur Elefantentreffen 2024 - TLN Niedersachsen dargestellt (Abbildung 2). Für die An- und Abreise wurden die Verkehrsmittel Flugzeug, Auto, Zug, Bus, Fahrrad und zu Fuß zur Auswahl gestellt (Abbildung 2 links oben). Dabei wurde das Verkehrsmittel abgefragt, mit denen die Teilnehmende den weitesten Teil ihrer Strecke in km zurückgelegt haben. Bei der Anreise mit dem Auto wurde zwischen den Antriebsarten Benzin, Diesel, Hybrid und Vollelektrisch unterschieden (Abbildung 2 rechts oben) und zusätzlich zwischen den Fahrzeugkategorien Kleinwagen, Mittelklasse und SUV/VAN/Camper (Abbildung 2 links untenn). Bei der Auswertung wurde die Anzahl der Mitfahrenden berücksichtigt, sodass sich die individuellen CO2-Emissionen anteilig zur Anzahl der Mitfahrenden reduzierten. Die zugrunde liegenden CO2-Emissionswerte wurden aus einschlägigen Datenbanken extrahiert und sind dokumentiert.
Abbildung 2. Prozentuale Verteilung zur Nutzung unterschiedlicher Verkehrsmittel (links oben), Antriebsarten der jeweiligen PKW (rechts oben) und PKW-Kategorien (unten) für die An- und Abreisereise der Teilnehmende zur Elefantentreffen 2024 - TLN Niedersachsen.
Abbildung 2 zeigt, dass 81.8 % der Teilnehmende nicht mit der Bahn, sondern mit einem anderen Verkehrsmittel angereist sind. Von diesen 81.8 % nutzten 75.8 % das Auto und von diesen wiederum reisten 12 % mit einem vollelektrischen Auto an. Das primäre Ziel des Projekts „Klimaneutraler VDST 2032“ ist die Vermeidung von CO2-Emissionen im Rahmen des verbandsorganisierten Tauchsports in Deutschland. Die Priorisierung von Emissionsreduktionen gegenüber Kompensationsmaßnahmen entspricht dem Bestreben des Verbandes, zunächst die Potenziale zur Vermeidung von CO2-Emissionen im Tauchsport auszuloten, bevor über Kompensationsmöglichkeiten für unvermeidbare Emissionen nachgedacht wird. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Tauchsport zwangsläufig mit CO2-Emissionen verbunden ist, beispielsweise durch Flugreisen, da einige Tauchziele ausschließlich per Flugzeug erreichbar sind. Die Frage, inwieweit Fernreisen im Rahmen der Freizeitgestaltung sinnvoll sind oder in welchem Maße sie reduziert oder vollständig vermieden werden sollten, bleibt jedoch eine persönliche Entscheidung jedes VDST-Mitglieds und wird im Rahmen dieses Berichtes nicht explizit thematisiert.
Abbildung 3 zeigt eine detaillierte Evaluierung der CO2-Vermeidungspotenziale der Teilnehmenden bei der Elefantentreffen 2024 - TLN Niedersachsen. Die linke Graphik illustriert die durchschnittlichen CO2-Emissionen in Bezug auf die genutzten Verkehrsmittel für die An- und Abreise zur Elefantentreffen 2024 - TLN Niedersachsen pro 100 km, die rechte Graphik zeigt die Potenziale zur Emissionsreduktion durch Nutzung der Bahn als Verkehrsmittel.
Abbildung 3. Absolute und prozentuale Verteilung zur CO2 Emissionen nach Verkehrsmitteln mit denen die Teilnehmende zur Elefantentreffen 2024 - TLN Niedersachsen angereist sind.
Zusammenfassend zeigt sich, dass jene Teilnehmende, die mit dem Zug angereist sind, bei der Anreise durchschnittlich 1.9 kg CO2 pro 100 km verursacht haben. Dies entspricht einer Reduktion von 86 % gegenüber dem Durchschnitt aller Teilnehmende, der bei 13.4 kg liegt. Hierbei ist jedoch wichtig zu beachten, dass sämtliche Berechnungen der CO2-Emissionen auf Durchschnittswerten basieren, die sich über alle Varianten innerhalb einer Verkehrsmittelkategorie erstrecken. Innerhalb jeder Kategorie gibt es eine teilweise erhebliche Bandbreite der CO2-Emissionen, abhängig von den zugrunde gelegten Annahmen und spezifischen Eigenschaften des jeweiligen Verkehrsmittels. Eine detaillierte Erklärung zu den zugrundeliegenden Annahmen der Berechnungen zu den einzelnen Verkehrsmitteln ist in Anhang 1 zu finden.
Zusätzlich zur Auswertung der individuellen Emissionen ermöglichen die Umfrageergebnisse eine aggregierte Auswertung für die gesamte Elefantentreffen 2024 - TLN Niedersachsen. Abbildung 4 zeigt diese aufsummierten CO2-Emissionen bei der An- und Abreise aller Teilnehmende.
Abbildung 4. Tatsächliche Emissionen in kg CO2 bei der An- und Abreise der an der Umfrage teilnehmenden Teilnehmende, getrennt nach Verkehrsmitteln (links – „Anreise aller Verkehrsmittel“). Die Anzahl der Personen, die mit den jeweiligen Verkehrsmitteln angereist sind, ist in den Kategorien eingeblendet. Die rechte Säule („Anreise ausschließlich Bahn“) zeigt die potenziellen CO2-Emissionen, wenn alle Teilnehmende mit dem Zug angereist wären.
Die Auswertung zeigt, dass das größte CO2-Einsparpotenzial bei der An- und Abreise beim Auto liegt. Bei einem Anteil von 75.8 % der Teilnehmende, die mit dem PKW angereist sind, wurden insgesamt 628.6 kg CO2 und damit 98 % der Gesamt-CO2 Emissionen der An- und Abreise erzeugt. Durch eine Anreise aller Teilnehmende mit dem Zug wäre es möglich gewesen, die Gesamt-CO2-Emissionen bei der An- und Abreise von 643.3 kg auf 86.9 kg und damit um 86 % zu reduzieren.
Neben den individuellen Emissionen bei der An- und Abreise spielen bei der Emissionsberechnung auch die Ernährungspräferenzen eine wichtige Rolle. Abbildung 5 zeigt die prozentuale Verteilung der Ernährungspräferenzen der Teilnehmende bei der Elefantentreffen 2024 - TLN Niedersachsen in Bezug auf die drei Kategorien “Fleisch/Fischhaltige Ernährung”, “Vegetarische Ernährung” und “Vegane Ernährung”. Abbildung 6 zeigt zusätzlich die aufsummiertren CO2-Emissionen der Teilnehmende der Elefantentreffen 2024 - TLN Niedersachsen für die frei Kategorien “Fleisch/Fischhaltige Ernährung”, “Vegetarische Ernährung” und “Vegane Ernährung”.
Abbildung 5. Prozentualer Anteil der Teilnehmenden mit den drei Ernährungspräfgerenzen “Mit Fleisch/Fisch”, “Vegetarisch” und “Vegan”.
Abbildung 6. CO2-Emissionen in kg, verursacht durch die Ernährungspräferenzen der an der Umfrage teilnehmenden Teilnehmende, getrennt nach Ernährungspräferenzen (links – „Alle Ernährungspräferenzen“). Die Anzahl der Personen mit den verschiedenen Ernährungspräferenzen ist in den Kategorien eingeblendet. Die rechte Säule („Nur vegetarisch“) zeigt die potenziellen CO2-Emissionen, wenn sich alle Teilnehmende vegetarisch ernähren würden.
Die Auswertung der Ernährungspräferenzen zeigt, dass das größte CO2-Einsparpotenzial bei der Reduktion fleischhaltiger Ernährung liegt. Bei einem Gesamtanteil von 64 % der Teilnehmende, die angegeben haben, fleischhaltige Nahrung zu bevorzugen, wurden insgesamt 140 kg CO2 und damit 76 % der Gesamt-CO2-Emissionen bei den Mahlzeiten erzeugt. Durch einen Verzicht auf fleischhaltige Kost wäre es möglich gewesen, die Gesamt-CO2-Emissionen der an der Umfrage teilnehmenden Teilnehmende der Elefantentreffen 2024 - TLN Niedersachsen bei den Mahlzeiten auf 119 kg zu reduzieren und damit um 35 %.
Neben den individuellen Emissionen bei der An- und Abreise und Ernährung wird auch bei der Übernachtung CO2 produziert. Während die Emissionen der An- und Abreise und der Ernährung weitgehend durch die individuellen Präferenzen der Teilnehmer:innen gesteuert werden, sind die CO2-Emissionen bei den Übernachtungen oftmals durch die im Vorfeld durch den Veranstalter ausgewählte Übernachtungsmöglichkeiten vorgegeben. Abbildung 7 zeigt den Anteil an Teilnehmenden welche die verschiedenen Übernachtungskategorien genutzt haben und Abbildung 8 zeigt die aufsummierten CO2-Emissionen der Teilnehmenden getrennt nach Übernachtungskategorien.
Abbildung 7. Prozentualer Anteil der Teilnehmenden welche die verschiedenen Übernachtungskategorien genutzt haben.
Abbildung 8. CO2-Emissionen in kg, verursacht durch die Übernachtungen der an der Umfrage teilnehmenden Teilnehmende, getrennt nach Hotelkategorien (links – „Alle Übernachtungskategorien“). Die Anzahl der Personen in den jeweiligen Hotelkategorien ist eingeblendet. Die rechte Säule („Ohne 5 Sterne / Wellness“) zeigt die potenziellen CO2-Emissionen, wenn keine Teilnehmende in der Hotelkategorie 5 Sterne / Wellness übernachtet hätten.
Der VDST geht bei Veranstaltungen von einem “Standard” für die Übernachtung von 2-4 Sterne aus. Dabei werden im Durchschnitt gemäß Literatur 14 kg CO2 pro Übernachtung veranschlagt. Insgesamt haben bei der Elefantentreffen 2024 - TLN Niedersachsen 100 % der Teilnehmende in dieser oder einer (im Durchschnitt) emissionsärmeren Kategorie übernachtet. In der deutlich emissionenshöheren Kategorie “5-Sterne / Wellnesshotel” haben 0 % der Teilnehmer übernachtet.
Die nachfolgende Abbildung 9 zeigt eine zusammenfassende Darstellung der oben dargestellten Einzel-Emissionsquellen für die Elefantentreffen 2024 - TLN Niedersachsen sowie eine Berechnung des Einsparpotentials insgesamt für die Elefantentreffen 2024 - TLN Niedersachsen. Unter der Rubrik „Real“ sind die mittels der Umfrage berechneten aufsummierten CO2-Emissionen der Teilnehmende dargestellt, und unter der Rubrik „Potentiell“ wird das mögliche CO2-Einsparpotenzial gezeigt.
Abbildung 9. Gesamt-CO2-Emissionen in kg der an der Umfrage teilnehmenden Teilnehmende, unterteilt nach Anreise, Mahlzeiten und Übernachtungen (links – „Real“). Die Gesamt-CO2-Emissionen in kg in den verschiedenen Bereichen sind eingeblendet. Die rechte Säule („Potenziell“) zeigt die potenziell minimalen Gesamt-CO2-Emissionen aller Teilnehmenden, bei einer Anreise mit dem Zug und einer vegetarischen Ernährung.
Die Analyse ergab eine Gesamtsumme an CO2-Emissionen der Teilnehmende von 1062 kg CO2. Bei Verwendung der Analogie zu den Taucherflaschen, die bereits in der Umfrage verwendet wurde, entspricht dies einer Anzahl von 288 mit 200 bar gefüllten 10-l-Taucherflaschen.
Die Gesamt-CO2-Emissionen der an der Umfrage Teilnehmenden setzen sich zusammen aus 61 % für die An- und Abreise, 17 % für die Mahlzeiten und 22 % für die Übernachtung. Das potentielle CO2-Einsparpotential insgesamt liegt bei 41.6 % von 1063 kg auf 442 kg. Dieses Einsparpotential setzt sich zusammen aus 86 % Einsparpotential bei der An- und Abreise durch eine konsequente Nutzung der Bahn als Verkehrsmittel, 36 % Einsparpotential bei der Ernährung durch Vermeidung fleischhaltiger Mahlzeiten und -5.9 % Einsparpotential bei der Übernachtung, durch die Vermeidung energieintensiver Luxushotels der Kategorie 5-Sterne / Wellnesshotel.
Im Folgenden wird die Auswertung zu der Frage „Klimakompensation im VDST – ja/nein“ dargestellt. Dabei ist zu beachten, dass es sich nicht um ein für den gesamten VDST repräsentatives Meinungsbild handelt, sondern um eine Umfrage im Rahmen der Elefantentreffen 2024 - TLN Niedersachsen, an der insgesamt 33 Teilnehmende teilgenommen haben. Die folgende Darstellung zeigt die prozentuale Verteilung der Teilnehmende, die eine finanzielle CO2-Emissionskompensation befürworten (grün), im Vergleich zu denen, die eine solche Kompensation ablehnen (rot).
Abbildung 10. Meinung der Teilnehmende zum Thema Klimakompensation. Prozentuale Verteilung der VDST-Delegierten, die eine finanzielle CO2-Emissionskompensation befürworten (grün) oder ablehnen (rot).
Abbildung 10 zeigt, dass 96.9 % der Teilnehmende der Elefantentreffen 2024 - TLN Niedersachsen dem VDST-Vorschlag zustimmen, die CO2-Emissionen der Elefantentreffen 2024 - TLN Niedersachsen finanziell zu kompensieren. Unter der oben dargestellten Option „Ich unterstütze den Vorschlag, meine CO2₂-Emission finanziell zu kompensieren“ war eine weitere Untergliederung möglich. Diese reichte von der Bereitschaft zur finanziellen Kompensation der Elefantentreffen 2024 - TLN Niedersachsen, wenn die Mittel für Projekte im eigenen Verein ausgegeben werden, bis hin zur uneingeschränkten Bereitschaft zur finanziellen Kompensation. Abbildung 8 zeigt, dass 60.1 % der Teilnehmende der Elefantentreffen 2024 - TLN Niedersachsen bereit wären, ihre individuellen CO2-Emissionen zu kompensieren, sofern die Mittel in ihrem direkten Umfeld eingesetzt werden, für Projekte, die dem VDST thematisch nahestehen, oder für Projekte, bei denen die Teilnehmenden Einfluss haben (z. B. durch die Möglichkeit, bestimmte Projekte selbst auszuwählen). Weitere 30.8 % der Teilnehmende geben an, dass sie eine finanzielle Kompensation ihrer CO2-Emissionen befürworten, wenn der VDST sicherstellt, dass die Mittel nachweislich in effektive Projekte weltweit investiert werden. Weitere 9.2 % der Teilnehmende geben an, dass sie eine Kompensation in jedem Fall befürworten, auch ohne eine vorherige konkrete Festlegung auf spezifische Projekte.
Abbildung 11. Detailanalyse der positiven Antworten zum Thema Klimakompensation. Anzahl der Zustimmungen zu den Optionen, unter denen die Teilnehmende der Umfrage einer finanziellen Kompensation ihrer eigenen CO2-Emissionen bei der Elefantentreffen 2024 - TLN Niedersachsen zustimmen würden. Da bei der Auswahl der Optionen Mehrfachnennungen möglich waren, kann die Gesamtzahl der gewählten Optionen die Anzahl der Teilnehmende übersteigen.
Die folgende Auswertung (Tabelle 1) gibt einen detaillierten Überblick über die finanziellen Aufwendungen für die Kompensation des CO2, das bei der Elefantentreffen 2024 - TLN Niedersachsen erzeugt wurde. Dabei sind drei finanzielle Szenarien aufgezeigt. Zum einen die finanziellen Aufwändungen bei einem Kompensationspreis von 55 € pro Tonne CO2 gemäß dem in in Deutschland festgelegten nationalen CO2-Preis für 2026, zum zweiten ein Kompensationspreis von 70 € pro Tonne CO2 welcher sich am EU-Emissionshandelssystem (EU ETS) orientiert und zum dritten ein Kompensationspreis 150 € pro Tonne CO2 der die technologiespezifischen Vermeidungskosten berücksichtigt. Eine detaillierte Erklärung zu den zugrundeliegenden Annahmen der Berechnungen zu einer finanzellen Kompensation der CO2 Emissionen ist in Anhang 2 zu finden.
Tabelle 2. In der nachfolgenden Tabelle sind die aktuellen CO2-Kompensationskosten für die im Rahmen dieser Auswertung erfassten Elefantentreffen 2024 - TLN Niedersachsen detailliert aufgelistet. In der ersten Spalte („Kompensationsstufe (€)“) sind die drei unterschiedlichen Kategorien von Kompensationspreisen aufgeführt. Die erste Kategorie ist das im VDST gültige Kompensationsniveau (€) gemäß der obigen Festlegung, das zweite Kompensationsniveau (€) orientiert sich am jeweiligen EU-Emissionshandelssystem (EU ETS), und das dritte Kompensationsniveau (€) orientiert sich an den oben im Abschnitt „Auswertung zur finanziellen Kompensation der CO2-Emissionen / Punkt 4“ genannten technologiespezifischen Vermeidungskosten von durchschnittlich 150 €.
| Kompensations-stufe (€) | Kategorie | Erwartungs-haltung | CO2 Emission gesamt (kg) | Kompensation Veranstaltung Gesamt (€) | Kompensation pro Umfrageteilnehmer (€) | Kompensation pro anreisende Person (€) | Kompensation pro Verantaltungs-teilnehmer (€) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 55 | Anreise | Real | 643 | 35.37 | 1.07 | 0.44 | 0.29 |
| 55 | Übernachtung | Real | 236 | 12.98 | 0.39 | 0.16 | 0.11 |
| 55 | Mahlzeiten | Real | 183 | 10.06 | 0.30 | 0.12 | 0.08 |
| 55 | Gesamtemission | Real | 1062 | 58.41 | 1.76 | 0.72 | 0.48 |
| 55 | Anreise | Potentiell | 87 | 4.78 | 0.14 | 0.06 | 0.04 |
| 55 | Übernachtung | Potentiell | 236 | 12.98 | 0.39 | 0.16 | 0.11 |
| 55 | Mahlzeiten | Potentiell | 118 | 6.49 | 0.20 | 0.08 | 0.05 |
| 55 | Gesamtemission | Potentiell | 441 | 24.25 | 0.73 | 0.30 | 0.20 |
| 70 | Anreise | Real | 643 | 45.01 | 1.36 | 0.56 | 0.38 |
| 70 | Übernachtung | Real | 236 | 16.52 | 0.50 | 0.20 | 0.14 |
| 70 | Mahlzeiten | Real | 183 | 12.81 | 0.39 | 0.16 | 0.11 |
| 70 | Gesamtemission | Real | 1062 | 74.34 | 2.25 | 0.92 | 0.63 |
| 70 | Anreise | Potentiell | 87 | 6.09 | 0.18 | 0.08 | 0.05 |
| 70 | Übernachtung | Potentiell | 236 | 16.52 | 0.50 | 0.20 | 0.14 |
| 70 | Mahlzeiten | Potentiell | 118 | 8.26 | 0.25 | 0.10 | 0.07 |
| 70 | Gesamtemission | Potentiell | 441 | 30.87 | 0.93 | 0.38 | 0.26 |
| 150 | Anreise | Real | 643 | 96.45 | 2.92 | 1.19 | 0.80 |
| 150 | Übernachtung | Real | 236 | 35.40 | 1.07 | 0.44 | 0.30 |
| 150 | Mahlzeiten | Real | 183 | 27.45 | 0.83 | 0.34 | 0.23 |
| 150 | Gesamtemission | Real | 1062 | 159.30 | 4.82 | 1.97 | 1.33 |
| 150 | Anreise | Potentiell | 87 | 13.05 | 0.40 | 0.16 | 0.11 |
| 150 | Übernachtung | Potentiell | 236 | 35.40 | 1.07 | 0.44 | 0.30 |
| 150 | Mahlzeiten | Potentiell | 118 | 17.70 | 0.54 | 0.22 | 0.15 |
| 150 | Gesamtemission | Potentiell | 441 | 66.15 | 2.01 | 0.82 | 0.56 |
Im Rahmen des zweiten Teils der Umfrage wurde erfragt, ob die Teilnehmende der Elefantentreffen 2024 - TLN Niedersachsen die Einführung eines VDST-KlimaEuros befürworten (1 € pro Jahr, das alle Mitglieder an das Projekt „Klimaneutraler VDST 2032“ entrichten) und welches zur mittel- und langfristigen Finanzierung des Projekts verwendet werden soll.
Abbildung 12. Meinung der an der Umfrage Teilnehmende zum Thema VDST-Klimaeuro. Prozentuale Verteilung der VDST-Delegierten, die einen VDST-KlimaEuro befürworten (grün) oder ablehnen (rot).
Abbildung 12 zeigt, dass 96.8 % und damit deutlich mehr der Teilnehmende der Elefantentreffen 2024 - TLN Niedersachsen den VDST-Vorschlag, einen VDST-KlimaEuro einzuführen, befürworten, während eine geringere Anzahl den Vorschlag ablehnt.
Die nachfolgende Grafik zeigt die detaillierte Auswertung der weiteren Untergliederung dieser Frage in die verschiedenen Optionen, wie der KlimaEuro eingesetzt werden sollte. Unter der Option „Ich unterstütze den Vorschlag, einen VDST-KlimaEuro einzuführen“ war eine weitere Untergliederung möglich. Diese reichte von der Bereitschaft, einen VDST-KlimaEuro zu entrichten, wenn dieser für Projekte im Verband ausgegeben wird, auf die die Mitglieder direkten Einfluss haben (z. B. durch die Möglichkeit, bestimmte Verbandsprojekte als Empfänger auszuwählen), bis hin zur generellen und uneingeschränkten Bereitschaft, einen VDST-KlimaEuro für Klimaschutzprojekte des VDST zu entrichten.
Abbildung 13. Detailanalyse der positiven Antworten zum Thema KlimaEuro. Anzahl der Zustimmungen zu den Optionen, unter denen die Teilnehmende der Umfrage einem VDST-KlimaEuro zustimmen würden. Da bei der Auswahl der Optionen Mehrfachnennungen möglich waren, kann die Gesamtzahl der gewählten Optionen die Anzahl der an der Umfrage Teilnehmende übersteigen.
Die Auswertung zeigt, dass mehr als 53.3 % der Teilnehmende der Umfrage einen VDST-KlimaEuro befürworten, wenn die finanziellen Mittel Projekten zugutekommen, die entweder im eigenen Verband realisiert werden oder dem VDST nahe stehen. 36.7 % der Teilnehmende stimmten für einen VDST-KlimaEuro, wenn der VDST sicherstellt, dass nachweislich effektive Projekte weltweit gefördert werden. Weitere 10 % der Teilnehmende wären bereit, einen VDST-KlimaEuro zu bezahlen, unabhängig von einer konkreten Festlegung auf spezifische Projekte, vorausgesetzt, der Einsatz des VDST-KlimaEuros erfolgt transparent.
Nach der Auswertung der hier dargestellten Daten zu den individuellen und gesamten CO2-Emissionen der Elefantentreffen 2024 - TLN Niedersachsen zeigt sich, dass der überwiegende Teil (3 %) der insgesamt 33 Teilnehmenden 2 Tag(e) bei der Veranstaltung blieben und dabei einen durchschnittlichen CO2 Fußabdruck von 16.1 kg pro Person und Tag hatten. Der durchschnittliche CO2-Fußabdruck bei eintägigen Veranstaltungen ohne Übernachtung pro Person und Tag kann stark variieren, abhängig von verschiedenen Faktoren wie An- und Abreise, Verpflegung und ob der Energieverbrauch der Veranstaltungsräume sowie das Abfallmanagement berücksichtigt werden. Orientierungswerte für eintägige Veranstaltungen bewegen sich im Bereich zwischen 13 und 18 kg CO2 pro Person und Tag und setzen sich zusammen aus ca. 10 kg CO2 für die Anreise (50 km mit dem Auto Hin- und Rückfahrt), etwa 3 kg CO2 für 2 Mahlzeiten (1 vegetarisch, 1 mit Fleisch) und zusätzlichen ca. 5 kg CO2, wenn der Energieverbrauch der Veranstaltungsräume mit eingerechnet wird.
Für mehrtägige Veranstaltungen mit Übernachtung werden oftmals durchschnittliche CO2-Emissionswerte zwischen 70 und 150 kg CO2 pro Person und Tag angenommen, einschließlich Übernachtung (Studie Deutscher Bundestag 2020 oder Studie eines Universitätskongresses, 2019). Es gilt jedoch stets zu beachten, dass Vergleiche der CO2-Emissionen pro Tag und Person verschiedener Veranstaltungen immer mit Vorsicht zu betrachten sind und lediglich als grobe Orientierung dienen können. Unterschiedliche Rahmenbedingungen der Veranstaltungen beeinflussen die Ergebnisse erheblich.
Die vorliegende Analyse der Elefantentreffen 2024 - TLN Niedersachsen zeigt auch das mögliche Einsparpotenzial bei solchen Veranstaltungen. Dies betrifft insbesondere die beiden Bereiche An- und Abreise sowie Ernährung. Bei der Veranstaltung wurden durch die An- und Abreise der Teilnehmende insgesamt 643 kg CO2 produziert. Bei einer konsequenteren Nutzung der Bahn als Verkehrsmittel ließe sich diese CO2-Emission um 86 % auf 87 kg CO2 reduzieren. Ähnlich verhält es sich bei der Ernährung. Aktuell wurden durch die Teilnehmende bei den Mahlzeiten 183 kg CO2 erzeugt. Bei einer konsequenten Reduktion des Fleischkonsums ließe sich die CO2-Emission bei der Ernährung um 36 % auf insgesamt 118 kg CO2 senken.
Der Fachbereich Umwelt und Wissenschaft des VDST sowie die Projektgruppe „Klimaneutraler VDST 2032“ streben mit der Implementierung der Umfrage an, eigene verbandsspezifische Daten zu erstellen, um Potenziale zur Emissionsvermeidung gezielt zu identifizieren. Dabei werden keine persönlichen Daten gespeichert, und die Namen der Veranstaltungen können auf Wunsch verschlüsselt werden, um Rückschlüsse auf spezifische Events zu vermeiden. Dieses Vorgehen soll mögliche Bedenken, negativ dargestellt zu werden, ausräumen.
Ziel dieser Strategie ist es, aufzuzeigen, dass CO2-Reduktionen durch einfache Verhaltensänderungen und Anpassungen möglich und leicht umsetzbar sind. Beispielsweise kann bereits die Mitfahrt eines Vereinskollegen zu einer erheblichen CO2-Einsparung pro Person führen. Solche Anpassungen sind leicht umsetzbar und leisten einen wertvollen Beitrag.
Gleichzeitig verdeutlicht die Analyse, wie viele unvermeidbare Rest-CO2-Emissionen bei einer Aktivität entstehen und welche Kosten für eine Kompensation gemäß aktueller Standards anfallen. Kompensation bedeutet in diesem Zusammenhang, in Projekte zu investieren, die entweder die gleiche Menge an CO2 vermeiden oder durch Technologien CO2 aus der Atmosphäre entfernen. Eine exakte Eins-zu-Eins-Bilanz zwischen ausgestoßenem und kompensiertem CO2 ist nicht immer gewährleistet, da dies von den spezifischen Projekten abhängt. Um sicherzustellen, dass die Kompensation effektiv ist und einen Bezug zum Tauchsport behält, wählt der VDST geeignete Projekte sorgfältig aus und überprüft deren Wirkung.
Im zweiten Teil der Umfrage entschieden sich 96.9 % der Teilnehmende dafür, ihre Klimaauswirkungen bei der Elefantentreffen 2024 - TLN Niedersachsen finanziell kompensieren zu wollen. Ein beachtlicher Anteil von 96.8 % der Befragten sprach sich zudem für die Einführung eines Klimabeitrags aus.
Die Projektgruppe „Klimaneutraler VDST 2032“, der Fachbereich Umwelt und Wissenschaft im VDST sowie der Vorstand des VDST bedanken sich bei allen Mitgliedern für ihre zukunftsorientierte Denkweise.
Fragen zum Bericht oder zum Projekt allgemein?
Weitere Informationen auf unserer Homepage https://www.vdst.de/2022/12/09/klimaneutraler-vdst-2032/
Oder per e-mail:
umwelt@vdst.de (VDST Fachbereich Umwelt und Wissenschaft)
umwelt-klima2032@vdst.de (Projektgruppe Klimaneutraler VDST 2032)
Die Projektgruppe Klimaneutraler VDST 2032 (Birgit Gieren, Felix Babeo, Rainer Beck, Philipp Fischer) im VDST Fachbereich Umwelt & Wissenschaft (Sarah Howald, Thorsten Schenk-Trautmann, Wolfgang Schuster, Julia Mandrion-Soria, Ines Wanke, Philipp Fischer)
Für die Berechnungen zur Nutzung des Zuges wurde der deutsche Strommix (Zitat) zugrunde gelegt sowie die Angaben der Deutschen Bahn zur durchschnittlichen CO2-Emission über alle Zugtypen und Verbindungen in Deutschland. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich die CO2-Emissionen reduzieren können, wenn ausschließlich elektrifizierte DB-Fernzüge genutzt werden. Dies liegt daran, dass dieselbetriebene Nahverkehrszüge, die in den durchschnittlichen CO2-Emissionswerten der DB einbezogen sind, in einem solchen Szenario wegfallen.
Zusätzlich sollte bedacht werden, dass die Angaben der DB zur durchschnittlichen CO2-Emission auf einer angenommenen durchschnittlichen Auslastung der Züge basieren. Ein elektrifizierter DB-Fernzug mit einer Auslastung von 100 % wird daher in seinen CO2-Emissionen deutlich unter den hier berechneten durchschnittlichen Emissionswerten liegen.
Ähnliches gilt für das Verkehrsmittel Auto. Während für verbrennungsmotorbetriebene Fahrzeuge eine relativ belastbare Berechnung der CO2-Emissionen pro Liter Kraftstoff (Diesel, Benzin) möglich ist, gestaltet sich die Emissionsberechnung für elektrisch angetriebene Fahrzeuge komplexer. Für die hier durchgeführten Berechnungen der CO2-Emissionen von teil- oder voll-elektrischen PKW wurde, wie auch bei der Bahn, der “deutsche Strommix” verwendet, um die CO2-Emissionen pro 100 km zu berechnen. Wird jedoch Strom aus 100 % nachhaltiger Produktion genutzt, wie es bei vielen privaten Nutzern oder auch an öffentlichen Ladestationen der Fall ist, kann die CO2-Emission der Fahrt gegebenenfalls sogar auf null gesetzt werden.
Bei der Berechnung der CO2-Emissionen von Hybridfahrzeugen wurde eine um 20 % verringerte Emission im Vergleich zu Benzinfahrzeugen als Berechnungsgrundlage verwendet. Diese Annahme basiert auf aktuellen Studien der deutschen Automobilindustrie (Zitat) und berücksichtigt die Gesamtfahrleistung aller Hybridfahrzeuge in Deutschland. Für Kurzstreckenfahrten kann sich die CO2-Emission von Hybridfahrzeugen jedoch deutlich verringern, während bei Langstreckenfahrten der Hybridanteil sinkt, sodass die Gesamtemissionen eher im Bereich der rein verbrennungsmotorbetriebenen Fahrzeuge liegen. Dasselbe gilt in noch stärkerem Maße für Plug-in-Hybridfahrzeuge.
Im Fall der Nutzung des Flugzeugs gilt Ähnliches wie für den Zug. Beim Flugzeug muss jedoch zusätzlich berücksichtigt werden, dass die Grundemissionen pro Flugkilometer bereits deutlich höher ausfallen und somit das mögliche Netto-Einsparpotenzial geringer ist. Dennoch gilt auch hier, dass die Emissionen pro Kopf und Kilometer mit der Auslastung des Flugzeugs sinken. Charterflüge sind in der Regel Direktflüge zwischen Urlaubsregionen und den Abflughäfen, haben überwiegend Economy-Class-Sitzplätze mit engerer Bestuhlung und werden meist im Rahmen von Pauschalreisen organisiert, wodurch sie in der Regel stärker ausgelastet sind. Diese Faktoren führen zu einer Reduzierung der CO2-Emissionen pro Kopf und Kilometer bei Charterflügen. Andererseits setzen Linienfluggesellschaften häufig modernere und treibstoffeffizientere Flugzeuge ein, die in der Regel eine geringere CO2-Emission pro Flugkilometer aufweisen als ältere Flugzeuge, die oft im Charterbetrieb eingesetzt werden.
Um den Teilnehmende der Elefantentreffen 2024 - TLN Niedersachsen einen detaillierteren Überblick über die durchschnittlichen CO2-Emissionen, insbesondere bei der Nutzung des Autos, zu geben, sind in Tabelle 1 die mittleren CO2-Emissionen pro 100 km Fahrtstrecke, unterteilt nach den verschiedenen Antriebsarten, Autokategorien und der Anzahl der Mitfahrer, aufgelistet. Wie oben dargestellt, bietet dieser Überblick zwar noch nicht die nötige Detailtiefe, um alle möglichen Varianten abzubilden, ermöglicht jedoch einen vertieften Einblick.
Tabelle 1. Aufschlüsselung der Emissionswerte pro 100 km Fahrtstrecke zur Anreise zur Elefantentreffen 2024 - TLN Niedersachsen nach Verkehrsmittel, Fahrzeugkategorie, Antriebsart und Anzahl an Mitfahrern im Auto.
| Verkehrsmittel | Kategorie | Antrieb | Anzahl Personen im Auto | Durchschnittliche CO2 Emission (kg) | Prozentualer Unterschied zur Bahnfahrt (%) |
|---|---|---|---|---|---|
| Auto | Kleinwagen | Benzin | 2 | 18 | 826 |
| Auto | Kleinwagen | Elektro | 1 | 10 | 405 |
| Auto | Mittelklasse | Benzin | 1 | 41 | 2079 |
| Auto | Mittelklasse | Benzin | 2 | 21 | 989 |
| Auto | Mittelklasse | Benzin | 3 | 14 | 626 |
| Auto | Mittelklasse | Benzin | 4 | 10 | 447 |
| Auto | Mittelklasse | Diesel | 2 | 20 | 974 |
| Auto | Mittelklasse | Diesel | 3 | 14 | 616 |
| Auto | Mittelklasse | Diesel | 5 | 8 | 332 |
| Auto | Mittelklasse | Diesel | 8 | 5 | 168 |
| Auto | Mittelklasse | Elektro | 2 | 6 | 221 |
| Auto | Mittelklasse | Elektro | 3 | 4 | 116 |
| Auto | Mittelklasse | Hybrid | 1 | 33 | 1642 |
| Auto | SUV / Van / Camper | Benzin | 4 | 13 | 584 |
| Auto | SUV / Van / Camper | Diesel | 2 | 22 | 1058 |
| Auto | SUV / Van / Camper | Diesel | 3 | 15 | 674 |
| Auto | SUV / Van / Camper | Diesel | 5 | 9 | 363 |
| Auto | SUV / Van / Camper | Diesel | 7 | 6 | 232 |
| Fahrrad |
|
|
1 | 0 | -100 |
| Zug |
|
|
1 | 2 | 0 |
Die detaillierte Auswertung nach Transportarten, PKW-Fahrzeugklassen, Antriebsarten und gegebenenfalls der Anzahl der Mitfahrer im PKW zeigt die Auswirkungen der Verwendung des deutschen Strommixes für die Transportmittel Zug und Auto. So kann es beispielsweise der Fall sein, dass ab einer bestimmten Anzahl an Mitfahrern in einem vollelektrisch betriebenen PKW die berechnete CO2-Emission unter der des Zuges liegt (grün hinterlegte Fälle).
Die Grundlagen aller Berechnungen, insbesondere in Bezug auf die veranschlagten Preise pro Tonne CO2, sind komplex und hängen auch von nationalen sowie ethischen Standards und Erwartungshaltungen ab. In Europa gibt es verschiedene CO2-Kompensationspreise, die sowohl von Marktmechanismen als auch von staatlichen Vorgaben abhängig sind. Die wichtigsten sind:
Freier Markt und freiwillige Kompensation: Auf dem freiwilligen CO2-Kompensationsmarkt schwanken die Preise stark. Projekte, die auf hochwertige Zertifikate wie den Gold Standard setzen, verlangen oft 10–50 Euro pro Tonne CO2, abhängig von der Qualität und dem Standort des Projekts.
Nationale CO2-Preise: Länder wie Deutschland haben eigene CO2-Preissysteme eingeführt. Deutschland erhebt seit 2021 eine CO2-Abgabe für den Wärme- und Verkehrssektor, die 2024 bei 40 Euro pro Tonne CO2 liegt. Diese wird bis 2026 schrittweise auf 55 Euro erhöht.
Vermeidungskosten im EU-Emissionshandel (ETS): Der Preis für CO2-Zertifikate im EU ETS liegt derzeit bei etwa 80–100 Euro pro Tonne CO2. Dieser Preis variiert je nach Marktentwicklung und Nachfrage, da der EU ETS ein marktbasiertes Instrument ist.
Technologiespezifische Vermeidungskosten: Maßnahmen wie der Ausbau erneuerbarer Energien, Gebäudesanierungen oder die Einführung von Wärmepumpen haben Kosten zwischen 50 und über 250 Euro pro Tonne CO2. Beispielsweise betragen die Vermeidungskosten für Gebäudesanierungen auf einen hohen Energiestandard etwa 128 Euro pro Tonne, während der Ausbau von Photovoltaik und Windkraft oft günstiger ist.
Eine Studie der Weltbank schätzt, dass ein CO2-Preis zwischen 40 und 80 USD (ca. 38–75 Euro) pro Tonne CO2 notwendig ist, um die Klimaziele des Pariser Abkommens zu erreichen.
Neben den oben aufgeführten möglichen finanziellen Aufwendungen für die Kompensation der CO2-Emissionen von VDST-Veranstaltungen oder von Veranstaltungen, die mit dem VDST assoziiert sind, gibt es auch noch weitere, teilweise deutlich höhere Angaben zu den finanziellen Aufwendungen für eine CO2-Emissionskompensation. Solche höheren Kosten, die teilweise deutlich über 200 Euro pro Tonne CO2 liegen, entstehen in der Regel durch eine Kombination mehrerer Faktoren:
Projektaufwand und Langfristigkeit: Hochwertige Kompensationsprojekte wie Aufforstung und Waldschutz benötigen umfangreiche Ressourcen, darunter Landkauf, Pflanzung und Pflege sowie Schutzmaßnahmen über Jahrzehnte. Monitoring und langfristige Verpflichtungen erhöhen die Kosten.
Qualitätsstandards: Kompensationsprojekte, die nach strengen Standards wie dem Gold Standard oder Verified Carbon Standard zertifiziert sind, zielen nicht nur auf CO2-Bindung ab, sondern berücksichtigen auch ökologische und soziale Aspekte, wie Biodiversität und Unterstützung lokaler Gemeinden. Diese Anforderungen verteuern die Projekte.
Marktnachfrage und Verschiebung: Es gibt eine zunehmende Nachfrage nach sogenannten „High-Quality“-Kompensationsprojekten, die dauerhafte CO2-Bindung und positive ökologische Effekte gewährleisten. Diese Projekte, die oft als „High Hanging Fruits“ bezeichnet werden, sind im Vergleich zu einfacheren Kompensationsmaßnahmen deutlich teurer.
Technische und natürliche Unsicherheiten: Ein Beispiel ist die Aufforstung: Wälder brauchen Jahrzehnten, um CO2 effektiv zu binden, und unterliegen Risiken wie Waldbränden oder illegaler Abholzung. Diese Unsicherheiten erhöhen den finanziellen und organisatorischen Aufwand.
Insgesamt spiegeln diese höheren Kosten den gestiegenen Anspruch an nachhaltige und dauerhaft wirksame CO2-Kompensationsprojekte wider. Sie markieren eine Abkehr von günstigen und kurzfristigen Maßnahmen hin zu langfristiger Klimaneutralität.
Im Rahmen einer Abwägung der oben dargestellten Argumente zur Festlegung eines Kompensationspreises für die Tonne CO2 bei VDST- und VDST-assoziierten Veranstaltungen hat der VDST mit Vorstandsbeschluss festgelegt, sich zunächst dem in Deutschland projektierten nationalen CO2-Preis für 2026 von 55 Euro pro Tonne anzuschließen. Dieser CO2-Preis liegt auch im Bereich der oben genannten Studie der Weltbank (ca. 38–75 Euro pro Tonne CO2) und wäre notwendig, um die Klimaziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen. Diese Festlegung wird vom VDST Fachbereich Umwelt & Wissenschaft jährlich evaluiert. Geplante Änderungen an diesem für die Berechnungen im VDST zugrundegelegten finanziellen CO2-Kompensationsaufwand werden jährlich im Rahmen der VDST-Mitgliederversammlung den VDST-Mitgliedern vorgestellt und zur Abstimmung gebracht. Der festgelegte VDST-Kompensationspreis für die Tonne CO2 gilt dann jeweils bis zu einer neuen Festlegung bei der nächsten Mitgliederversammlung.
Die oben genannten Kompensationspreise verdeutlichen die Unterschiede zwischen verpflichtenden und freiwilligen Systemen, zwischen verschiedenen europäischen Ländern sowie den unterschiedlichen Ansprüchen an den praktizierten Klimaschutz und das Thema globale Nachhaltigkeit. Der VDST verfolgt mit dem Projekt „Klimaneutraler VDST 2032“ die Strategie, möglichst viele VDST-Mitglieder für eine gemeinsame Anstrengung zur nachhaltigen Gestaltung unseres Sports zu gewinnen. Damit wollen wir gewährleisten, dass der verbandsorganisierte Tauchsport langfristig erhalten bleibt. Wir, der VDST, möchten vorbereitet sein, falls künftige Klimaschutzmaßnahmen nicht mehr freiwillig sind, sondern insbesondere für klimaintensive Sportarten wie den Tauchsport verpflichtend werden. Mach mit!